Ausstellung "Tiere der Bibel" offiziell eröffnet

02.09.2010 | Münster
LWL-Vizevorsitzende rückt Artensterben in den Blickpunkt. Das Publikum kann den Arche-Noah-Nachbau, die Friedenstaube und den Sündenbock ab Freitag (3.9.) im münsterischen LWL-Museum für Naturkunde sehen. Am Donnerstag war offizielle Eröffnung für die Sonderausstellung "Tiere der Bibel".

Im Planetarium des LWL-Museums machte Gertrud Welper, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL), vor 170 geladenen Gästen insbesondere auf den Ausstellungsschwerpunkt "Tier- und Umweltethik" aufmerksam.

"Bei der Beantwortung ethischer Fragestellungen, zum Beispiel der Problematik von Massentierhaltung und artgerechter Tierhaltung oder bei den Fragen des Naturschutzes im Sinne der Bewahrung von Schöpfung, kann die Rückbesinnung auf die Wurzeln unserer Kultur eine Hilfestellung sein," würdigte die LWL-Parlamentarierin von Bündnis90/Die Grünen die Ausstellung, in der ein Großteil der rund 130 in der Bibel erwähnten Tierarten präsentiert wird.

Seit dem 17. Jahrhundert werde der Rückgang der biologischen Vielfalt maßgeblich durch menschliches Handeln verursacht. Neueste Erhebungen gehen davon aus, dass die derzeitige Aussterberate von drei bis 130 Arten pro Tag um den Faktor 100 bis 1000 über dem natürlichen Aussterbewert liege, so Welper. Nach der roten Liste der Weltnaturschutzunion sei beispielsweise eine von drei Amphibienarten und jede achte Vogelart gefährdet. Die Hauptursachen des Artensterbens seien Lebensraumzerstörung, Übernutzung und illegaler Handel von wild lebenden Arten sowie das Einbringen gebietsfremder Tiere und Pflanzen. Welper: "Auch Klimaveränderung und Umweltverschmutzung zeichnen sich immer deutlicher als Mitverursacher für Verbreitungsschwund oder das Aussterben von Arten ab." "Das Aussterben von Arten ist nicht umkehrbar. Mit jeder ausgestorbenen Art wird unsere Welt ärmer. Nur der Mensch als Verursacher der Biodiversitätskrise kann diese Krise auch beenden", so Welper weiter. Ein wichtiger Schritt zur Bewahrung der Artenvielfalt sei die Erhaltung und der Schutz von Lebensräumen." Welper äußerte sich erfreut, "dass das LWL-Museum für Naturkunde dieses Thema in einer Sonderausstellung aufgegriffen hat. Bei dem auf den ersten Blick konservativ erscheinenden Titel entsteht durch die thematische Weiterführung in die heutige Zeit eine moderne und zukunftsorientierte Ausstellung."

Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe

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