PETA begrüßt neue Richtlinien für Pferdekutschen in Berlin

15.04.2009 | Gerlingen
Tierrechtsorganisation fordert dennoch ein komplettes Verbot

Nach zahlreichen Kutschunfällen und Zusammenbrüchen von Pferden in Deutschlands Hauptstadt und Druck von u.a. der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V., hat der Berliner Senat nun beschlossen, Leitlinien für Pferdekutschen zu entwerfen um die Tierquälerei einzudämmen und für ein Minimum an Ruhe, Essen- und Trinkpausen, Schutz vor glühender Hitze und Misshandlung der Pferde durch unausgebildete Kutschenfahrer zu sorgen. Verstöße können leichter festgestellt werden, wenn die Kutschen mit Nummernschildern ausgestattet sind. Dies sei laut PETA hauptsächlich dem motivierten Veterinäramt von Berlin Mitte zu verdanken.

Dennoch: PETA befürchtet, dass auch mit den neuen Leitlinien die Zahl der Unfälle nicht zurückgehen wird. "Man wird zwar leichter feststellen können, wer dafür verantwortlich ist, aber kein Nummernschild wird verhindern können, dass ein Pferd im Straßenverkehr in Panik gerät und sich und andere verletzt", so Dr. Tanja Breining von PETA. Kaum sei es möglich zu überprüfen ob die Kutscher alle zwei Stunden eine halbstündige Pause einlegen werden im Sommer, wenn die Temperaturen 30°C und mehr erreichen. Zusammenbrüche und Herzinfarkte wie vor Kurzem in Wien sind vorprogrammiert. "Neun Stunden Arbeit sind neun Stunden zu viel, denn Tiere arbeiten nicht", so Dr. Breining weiter.

Die Stadt Rom hat eine bessere Lösung gefunden. Obgleich auch hier die Kutschen noch nicht endgültig verboten sind, laufen sie unter der Woche nur in Parkanlagen und nicht mehr in der Stadt, das wäre eine gute erste Verordnung auch für Berlin. Stattdessen werden Touristen von Oldtimern herumgefahren, "eine wirklich kreative Idee", findet PETA. In Deutschlands größter Stadt im Verkehr zu laufen sei psychischer und physischer Stress für die Tiere, Leitlinien hin oder her. Auch werden die Pferde weiterhin auf hartem Betonboden laufen, Schauklappen tragen und Abgase und Rauch inhalieren.

Herr Wowereit hat hier die Verantwortung und muss durchgreifen, denn schließlich gibt es genug andere Großstädte, wie London, Paris, Sydney und Peking, die noch nie oder nicht mehr Pferde benutzen um Touristen herum zu kutschieren.

Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.

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