Premiere Lucrezia Borgia am 23. Februar 2009

11.02.2009 | München
1897, vor über 100 Jahren, feierte Gaetano Donizettis Oper Lucrezia Borgia das letzte Mal Premiere im Nationaltheater. Nun wird mit großer Spannung die Neuinszenierung von Regisseur Christof Loy mit Edita Gruberova in der Titelpartie erwartet, für die sich am 23. Februar erstmals der Vorhang hebt.

Nach Roberto Devereux setzen sie ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und erfinden gemeinsam eine Rolle, deren szenische Interpretation für beide ein Debüt darstellt.

Mit der Rolle der Lucrezia Borgia zeichnen sie das Profil und das Schicksal einer Frau auf der Suche nach ihrer eigenen Identität hinter dem um sie errichteten Mythos. Als Giftmischerin, Ehebrecherin und Mörderin tut sie aber gleichzeitig alles dafür, um dieses männlicherseits errichtete Bild von ihr zu erfüllen. Nur in Schlaf und Traum erscheint eine andere Möglichkeit: Lucrezia kann ihrer Sehnsucht, eine liebende Mutter zu sein, nachgeben; Gennaro, das verschwiegene Kind der Lucrezia, kann nun der Sohn sein, der er nie war, mit einer Mutter, die er nie kennen gelernt hat. Dieses augenblickshaft erscheinende Glück wird von der Realität zerstört: Gennaros Freunde, deren Familien von den Morden der Lucrezia Borgia traumatisiert und gezeichnet sind, konfrontieren ihn mit der wahren Identität der Unbekannten und bringen beide in unlösbar scheinende Konflikte, die die Opernhandlung zum tragischen Höhepunkt treiben.

Christof Loy, der im Jahr 2008 bereits zum dritten Mal von der Zeitschrift Opernwelt zum Regisseur des Jahres nominiert wurde und an der Bayerischen Staatsoper zuletzt mit Hans Werner Henzes Klassiker der zeitgenössischen Moderne Die Bassariden brillierte, wird einmal mehr mit der Virtuosität seiner stillen Technik der Seelenzergliederung den Gefährdungen und Verwundungen der Oper und seiner Figuren auf die Spur kommen. Sein mikroskopischer Blick zielt auf den einzelnen Menschen, auf die kaum wahrgenommenen emotionalen Energien: versteckte Gefühle, Ängste und Sehnsüchte werden sichtbar, eine psychologisch verdichtete Aura, die die Figuren umgibt, wird geschaffen.

Am Pult steht einer der gefragtesten Dirigenten der internationalen Opern- und Konzertszene, Bertrand de Billy, Chefdirigent des RSO Wien.

Er leitet ein ausgesuchtes Sängerensemble, dem neben Edita Gruberova, u.a. Pavol Breslik als Gennaro, Franco Vassallo als Don Alfonso, Alice Coote als Maffio Orsini angehören.

Premiere

Lucrezia Borgia

Mo 23.02.2009, 19.00 Uhr, Nationaltheater

Folgevorstellungen

Sa 28.02., 19.30 Uhr, Do 05.03., 19.00 Uhr, Di 10.03., 19.00 Uhr, So 15.03, 16.00 Uhr.

Einführungsmatinee Lucrezia Borgia

So 15.02.2009, 11.00 Uhr, Nationaltheater

Quelle: Pressemeldung Bayerische Staatsoper

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