Studie zeigt, Risiken beim Wintersport unterschätzt
Das Wetter und die Pistenverhältnisse spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Wichtigster Unfallschutz: ein Ski- Helm und regelmäßiger Sport im Vorfeld, um Verletzungen vorzubeugen. Zehntausende Verletzte pro Saison werden beim Wintersport gezählt. Die Basler Versicherungen sind daher der Frage nachgegangen, ob Schneesportler über genügend Wissen verfügen, um das Risiko einer Verletzung richtig einschätzen zu können. Im Rahmen einer breit angelegten Studie im Auftrag des Bâloise-Konzerns hat das I-Lab der ETH Zürich und der Universität St. Gallen 4.293 alpine Wintersportler aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Luxemburg und Kroatien befragt, die regelmäßig Ski oder Snowboard fahren. Wie die Ergebnisse zeigen, differenzieren sich routinierte und wenig routinierte Fahrer in ihrer Risikoeinschätzung und bereiten sich unterschiedlich auf den Ski-Tag vor. Hauptgrund für Unfälle ist eine falsche Selbsteinschätzung Die größten Risiken für Skifahrer und Snowboarder liegen im Selbstunfall und im beinahe Zusammenstoßen mit anderen. Das eigene Verschulden ist vorwiegend durch die Überschätzung des eigenen Könnens und - vor allem in den Nachmittagsstunden - durch Müdigkeit bedingt. Bei ungünstigen Pistenverhältnissen, insbesondere durch vereiste Flächen, ist das Risiko für einen Sturz besonders groß. Die beste Präventionsmaßnahme ist hier eine angepasste Geschwindigkeit. Wer häufig fährt und ein fortgeschrittenes Niveau erreicht hat, kann seine eigene Geschwindigkeit in der Regel genauer einschätzen und die jeweilige Situation besser überblicken. Die Befragten vermuten, dass Unfälle vor allem bei schlechter Sicht durch Nebel, Schneefall oder Regen vermehrt vorkommen. Nur rund ein Fünftel glaubt, dass dies bei schönem Wetter der Fall ist. Tatsächlich passiert aber bei Sonnenschein am meisten. Zum einen sind hier mehr Wintersportler auf der Piste unterwegs und zum anderen wird mit höheren Geschwindigkeiten gefahren. Ist die Sicht schlecht, wird die Geschwindigkeit in der Regel angepasst. Auch an unübersichtlichen Stellen und Pistenkreuzungen sind die Wintersportler vorsichtiger und passen ihren Fahrstil an. Wir machen Sie sicherer. Wie die Studie zeigt, geht rund die Hälfte der Befragten davon aus, dass auf den schwarzen, d.h. schweren Pisten die meisten Unfälle gezählt werden. Tatsächlich passiert jedoch rund ein Drittel aller Unfälle auf den blauen, d.h. leichten Pisten und 43 Prozent auf den roten, d.h. mittelschweren Pisten. Leihausrüstung als Risikofaktor Ein Grund, warum Ungeübte häufiger Unfälle erleiden, ist der höhere Anteil an Leihausrüstung: Zwei Drittel der Schneesportler greifen beim Winterurlaub darauf zurück. Bei den routinierten Fahrern ist es weniger als ein Viertel. Obwohl der Skiverleih meist neue und gut gewartete Modelle anbietet, birgt eine Leihausrüstung Risiken: Ist die Bindung nicht optimal eingestellt, werden Verletzungen, insbesondere an den Bändern, begünstigt. Wer häufig fährt, investiert meist in eine eigene Ausrüstung. Dabei ist entscheidend, dass diese mindestens einmal im Jahr gewartet wird - am besten im Fachhandel. Hier zeigt die Studie deutliches Verbesserungspotenzial auf: 13 Prozent der Befragten verzichten auf jegliche Kontrolle der Ausrüstung - bei den Unroutinierten sind es sogar mehr als ein Drittel. Gut vorbereitet auf die Piste Neben der Wartung der Ausrüstung ist die beste Unfallprävention regelmäßiger Sport, um die allgemeine Fitness zu erhöhen. Mit mehr als 80 Prozent bereitet sich der Großteil der routinierten Schneesportler mit Skigymnastik auf den Winterurlaub vor oder wärmt sich zumindest vor der Abfahrt auf der Piste gründlich auf. Bei den wenig routinierten Fahrern verzichten Dreiviertel auf jegliche Vorbereitung und das Aufwärmen vor Ort. Und wie sollte richtiges Aufwärmen aussehen? Experten empfehlen insbesondere weniger routinierten Fahrern, sich am Ski-Tag zunächst langsam einzufahren. Unverzichtbar für alle, die auf Skiern und Snowboards unterwegs sind: Ein Helm. Er schützt vor besonders schweren Unfällen. Ein positiver Trend: Rund zwei Drittel der Befragten geben an, regelmäßig mit Helm auf der Piste unterwegs zu sein. Darüber hinaus ist der Anteil von Helm tragenden Kindern mit mehr als 80 Prozent ebenfalls erfreulich hoch. Wer keinen Helm trägt, gibt vor allem Unbequemlichkeit als Begründung an - es sind vor allem die Unroutinierten, die häufig ohne Schutz fahren.
Quelle: Pressemeldung Basler Versicherungen
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