Radtouren mit Kindern: Die Welt vom Fahrradsattel aus entdecken

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Mit dem Frühling lockt die Natur. Und womit ließe sie sich besser erkunden als mit dem Fahrrad? Für Familien heißt das: Fahrräder frühlingsfit machen und die schönste Radtour mit Kindern unternehmen. Aber bitte nur mit ausreichender Planung.

Radtour mit Kindern: Zuerst das Rad, dann die Tour

Bevor die Radtour mit Kindern starten kann, müssen die Fahrräder erst einmal frühlingsfit gemacht werden.

Das gilt unabhängig davon, ob es sich um ein konventionelles Fahrrad ohne leistungsfähigen Motor oder um urbane Riese & Müller E-Bikes oder eines anderen Herstellers handelt.

Wer im Winter nicht mit dem Rad gefahren ist, sollte nun überprüfen, ob Bremsen, Reifen und Co. der baldigen Belastung standhalten werden. Überprüft werden dabei natürlich nicht nur die Fahrräder der Erwachsenen, sondern auch die Bikes der Kinder.


Check: Funktioniert am Fahrrad alles?

Vor der kleinen oder großen Radtour sollte unbedingt überprüft werden, ob das Fahrrad wirklich verkehrssicher ist. Das bedeutet aber, dass nicht nur einfach die Reifen auf einen ausreichenden Luftzustand geprüft werden! Auch die Bremsen müssen getestet werden. Zusätzlich sind alle Schrauben zu überprüfen, diese müssen gegebenenfalls nachgezogen werden. Funktioniert das Licht? Wenn nicht: Bitte unbedingt den Fehler beheben (lassen), auch wenn die Radtour nur am Tage stattfinden soll.

Eltern sollten den Funktionscheck unbedingt mit dem Kind zusammen erledigen, so wird das Kleine schon auf das baldige Abenteuer eingestimmt. Außerdem ist es für das Kind wichtig zu wissen, worauf es achten muss und welche Dinge an einem Fahrrad unverzichtbar sind.

Gerade mit Kindern muss eine umfassende Tourenplanung vorgenommen werden, wobei die gewählte Strecke auch zeitlich gesehen clever gewählt werden sollte. ( Foto: Adobe Stock- ARochau)

Gerade mit Kindern muss eine umfassende Tourenplanung vorgenommen werden, wobei die gewählte Strecke auch zeitlich gesehen clever gewählt werden sollte. ( Foto: Adobe Stock- ARochau)

Die Streckenplanung detailliert vornehmen

Es darf bei der Streckenplanung für die Radtour mit Kindern nicht nur darum gehen, welche Region erkundet werden soll. Gerade mit Kindern muss eine umfassende Tourenplanung vorgenommen werden, wobei die gewählte Strecke auch zeitlich gesehen clever gewählt werden sollte. Wichtig ist hierbei, einen Puffer einzuplanen, denn Eltern wissen: Mit Kindern ist immer irgendetwas und Zeitpläne sind dazu gemacht, wieder geändert zu werden. Sie geben höchstens eine grobe Richtlinie vor und selten wird es die radelnde Familie schaffen, sich exakt an einen Plan zu halten.

Bei der Wahl der Strecke muss deren Länge und das Alter der Kinder berücksichtigt werden. Je kleiner die Kinder sind, desto kürzer muss die Strecke sein. Und desto weniger Verkehr sollte auf ihr herrschen! Auch wenn schon Vierjährige recht sicher unterwegs sein können, stellen andere Verkehrsteilnehmer immer ein Risiko dar. Umgekehrt gilt: Wer unwegsame Feldwege in die Streckenplanung einbezieht, sollte eine kürzere Tour wählen.

Solche Wege sind deutlich schlechter zu fahren als die glatte Landstraße und die Kleinen werden weniger davon schaffen. Als Faustregel kann bei der Streckenplanung gelten, dass Kinder bis zehn Jahre eine Strecke bis maximal 30 km am Tag bewältigen können. Je jünger das Kind ist, desto kürzer sollte die Strecke sein. Kinder sollen nicht überfordert werden, ansonsten dürfe das die erste und die letzte Radtour gewesen sein, auf die sich das Kind freut.


Die besten Tipps für die Radtour mit Kindern

Der wichtigste Punkt von allen: Eltern sollten die Strecke eher zu kurz als zu lang wählen. Außerdem ist es sinnvoll, nicht einfach nur schöne Radtouren für Kinder herauszusuchen, sondern Strecken zu finden, die einige Highlights bieten.

Wie wäre es im Sommer mit einem Picknick am See, wo natürlich auch gebadet werden kann? Vielleicht gibt es einen Aussichtsturm in der Nähe, der sich für die Pause eignet, oder einen besonderen Spielplatz? Bei guter Planung sind die Eltern auf alle Eventualitäten vorbereitet und wissen vorher genau, an welcher Stelle der Radtour sie was erwartet.

10 gute Tipps: Radtouren mit Kindern zum Erlebnis werden lassen

Fakt ist: Die Radtour wird den Kindern mit Sicherheit im Gedächtnis bleiben. Fakt ist aber auch, dass die Eltern beeinflussen können, ob es sich um eine positive oder um eine negative Erinnerung der Kinder handeln wird.

Waren sie völlig überanstrengt und mussten ständig bergauf und bergab radeln? Dann wird die Erinnerung eher mit der Anstrengung in Verbindung gebracht werden und weniger mit der schönen Landschaft oder mit unterwegs besuchten Zielen. War die Strecke jedoch angemessen und warteten unterwegs einige Highlights auf die kleinen Radfahrer, wird das Erlebnis positiv abgespeichert und verlangt nach einer baldigen Wiederholung.


Eltern sollten die folgenden Tipps bei der Planung der Radtour beachten:

Auf große Fahrräder setzen

Das Fahrrad muss zur Körpergröße des Kindes passen. Dennoch gilt: Größere Räder rollen besser und sollte es die Körpergröße des Kindes zulassen, ist der Reifen mit 24 Zoll gegenüber der Variante mit 20 Zoll die bessere Wahl.

Das Kind muss damit weniger strampeln und kann auch längere Touren gut mitmachen.

Auf Abwechslung achten

Das A und O einer guten Radtour mit Kindern ist die abwechslungsreiche Strecke. Kinder sollten moderate Steigungen und kleine Hügel „erfahren“ dürfen, unterwegs ein Picknick auf dem Spielplatz machen und ein Eis in der Eisdiele essen können.

Vielleicht gibt es auch einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken?

Geduld mitbringen

Ein Zeitplan sollte nur das grobe Gerüst darstellen, er wird ohnehin nicht eingehalten werden können. Eltern sollten daher Geduld mitbringen, was auch gilt, wenn das Kind die Strecke noch langsamer als im Schritttempo angeht.

Es gibt unterwegs so viel zu sehen und viele Kinder sind schlichtweg davon überfordert, gleichzeitig zu trampeln und die Gegend zu erkunden.

Leichtes Gepäck mitnehmen

Ganz wichtig: Das Kind sollte sich nicht mit allzu viel Gepäck belasten. Ein kleiner Rucksack ist ausreichend, im besten Fall nehmen die Eltern alles mit. Ist die Tour als mehrtägige Radreise angelegt, wird sicherlich mehr Gepäck anfallen, was wiederum bedeutet, dass auch das Kind ein bisschen was mitnehmen muss.

Ganz wichtig: Das Kind sollte sich nicht mit allzu viel Gepäck belasten. ( Foto: Adobe Stock-Michael)

Ganz wichtig: Das Kind sollte sich nicht mit allzu viel Gepäck belasten. ( Foto: Adobe Stock-Michael)

 

Strecke vorher testen

Lässt dies die Länge der Strecke zu, sollten die Eltern die Tour vorher einmal ohne das Kind abfahren.

Es ist dabei möglich, eventuelle Überraschungen auszuschließen und Baustellen oder Umleitungen sind bekannt. Daran kann sich die Routenplanung orientieren.


Kinder fahren nicht voraus

Nur auf Strecken, auf denen kein Verkehr herrscht, sollten Kinder vorausfahren dürfen. Ansonsten bilden Erwachsene die Vor- und Nachhut.

Helm aufsetzen

Auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht gibt, sollten Eltern mit gutem Vorbild vorangehen und selbst einen Helm tragen. Auch auf die Köpfe der Kinder gehört der Helm natürlich. Radfahren mag zwar nicht sonderlich gefährlich sein, doch andere Verkehrsteilnehmer können sehr wohl gefährlich für die kleinen Radler werden. Außerdem hapert es teilweise mit der Hand-Augen-Koordination und das Kind schaut in eine Richtung, fährt aber in eine ganz andere. Wird diese Fehlkoordination am Straßenrand beendet, weil das Kind stürzt, schützt der Helm den kleinen Kopf.

In der Apotheke sind fertige Erste-Hilfe-Sets erhältlich, die zum üblichen Reisegepäck gehören sollten. ( Foto: Adobe Stock- Henry Czauderna)

In der Apotheke sind fertige Erste-Hilfe-Sets erhältlich, die zum üblichen Reisegepäck gehören sollten. ( Foto: Adobe Stock- Henry Czauderna)

Erste-Hilfe-Paket packen

In der Apotheke sind fertige Erste-Hilfe-Sets erhältlich, die zum üblichen Reisegepäck gehören sollten. Doch auch die Eltern, die nicht auf solche Sets setzen, sollten die wichtigste Erste-Hilfe-Ausrüstung mitnehmen: Pflaster, Verbandmull, Binden und Desinfektionsmittel gehören zur Mindestausstattung.

Keine pralle Sonne

Die Radtour mit Kindern sollte nicht im Hochsommer zur Mittagszeit stattfinden. Der Kreislauf wird zu stark belastet und das Kind kann schlimmstenfalls sogar zusammenbrechen. Neben der Wärme- ist auch die UV-Belastung zu groß. Besser ist es, in den frühen Morgenstunden zu fahren oder die Touren auf den Frühling und Herbst zu legen.

Passendes E-Bike wählen

Auch für Kinder wird die Radtour leichter, wenn sie ein Fahrrad mit Motorunterstützung fahren dürfen. Moderne E-Bikes für Kinder sollten einen leichten Akku mit 400 Watt und einen Motor mit maximal 40 Nm mitbringen.

Das E-Bike sollte möglichst leicht sein, daher auch die Empfehlung für einen kleineren Akku. Vor dem Kauf ist es ratsam, dass das Kind das Bike ausgiebig testet.

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