Baby on Tour: Tipps für den ersten Familienurlaub

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Die ersten Wochen und Monate als junge Familie sind von zahlreichen Herausforderungen gezeichnet. Eltern tun gut daran, sie als positive Erlebnisse zu begreifen – und sich auf Ausflüge im Kreis der Familie zu freuen.

Wenn kleine Menschen eine Reise tun

Nach der spannenden Zeit der Schwangerschaft und dem Heranwachsen eines Babys im Bauch der Mutter freuen sich alle Eltern auf die erste gemeinsame Zeit als familiäre Gemeinschaft. Zeit, um sich Kennenzulernen! Nach einer erfahrungsreichen Wegstrecke haben alle Familienmitglieder gelernt, sich aufeinander einzustellen und einen gemeinsamen Rhythmus gefunden.

Diese Herausforderung – Widrigkeiten und Probleme im Alltag zu überwinden – kostet Mutter und Vater meist viel Kraft und Durchhaltevermögen. Die Idee, sich gemeinsam als Familie aufzumachen zu einem Ausflug, scheint da nur eine weitere große Hürde – doch mit dem passenden Equipment muss sie das gar nicht sein!

Schon wenige Wochen nach der Geburt zeigen Babys ihre Wissbegierde und das Interesse an Neuem, was die Grundlage für ihr Lernen und das Begreifen des Lebens ist. Auch Eltern haben sich nach den neuen Erfahrungen der ersten Wochen und den Umstellungen, einen Tapetenwechsel verdient. Zeit also, um einen ersten Familienausflug zu planen.

Weil junge Eltern ihrem Nachwuchs die Welt zeigen möchten, werden bei vielen Familien innerhalb der ersten sechs Lebensmonate des Babys Ausflüge geplant. Dabei geht es nicht um den Weg in den Supermarkt oder zum nahe gelegenen Spielplatz, vielmehr geht es darum den Horizont zu erweitern und in Gemeinschaft neue Dinge, fern vom Alltag, zu erleben. Solche Ereignisse prägen die Familie schließlich nachhaltig und machen sie stark.

Für einen Ausflug reicht der Kinderwagen nicht aus

Reisen erweitert ja bekanntlich den Horizont. Aus Babys Augen betrachtet muss es dabei noch nicht einmal die große, weite Welt sein. Stattdessen ist der erste Ausflug, der nicht binnen einer oder zwei Stunden wieder zuhause endet, schon ein richtiges Abenteuer. Klar, dass für eine längere Wegstrecke der Kinderwagen nicht das optimale Gefährt ist.

Es muss also das Familienauto her, um als Familie die Welt zu entdecken, gemeinsam wertvolle Zeit zu verbringen, neue Eindrücke und verbindende Erlebnisse zu sammeln, die allen noch lange in Erinnerung bleiben werden.

In der Vorbereitung des ersten Ausflugs mit der Familie müssen sich Eltern der nächsten Herausforderung stellen. Denn Babys und Kinder müssen im Auto zu ihrer eigenen Sicherheit mit speziellen Sitzsystemen versehen werden, damit sie geschützt reisen können.

Werdende Eltern sehen sich dieser Herausforderung bereits während der Schwangerschaft, wenn es um die Anschaffungen für den Familiennachwuchs geht, gegenüber gestellt. Die Ansprüche an das Fahren, der Bedarf an Platz sowie an den Komfort des Fahrzeugs wächst mit dem Babybauch.

Viele Eltern in spe schaffen sich daher meist schon vor der Geburt des Kindes, spätestens aber innerhalb seines ersten halben Lebensjahres, ein neues Auto als „Familienkutsche“ an.

Reisen erweitert ja bekanntlich den Horizont. ( Foto: Shutterstock Esther Pueyo_)

Reisen erweitert ja bekanntlich den Horizont. ( Foto: Shutterstock Esther Pueyo_)

Die Wünsche der Familie treffen im Auto auf gesetzliche Vorgaben

Neben den Bedürfnissen, die der Vater und die Mutter an das neue Familienauto haben, steht ein wichtiger Punkt im Raum. Neben Sicherheit und Bequemlichkeit, dem Vorhandensein von viel Platz für Spielsachen und andere wichtige Dinge sowie einer gute Umwelt- und Finanz-Verträglichkeit, ist die Kompatibilität von Kindersitzen für Eltern natürlich ein entscheidender Faktor.

Per Gesetz gilt nämlich: Kinder müssen in Deutschland bundesweit bis zu ihrem 12. Lebensjahr, oder aber bis zu einer Körpergröße von mindestens 1,50 m die Fahrt mit dem Auto gesichert in einem Kindersitz zubringen.

Es gilt in Deutschland also die Kindersitzpflicht nach dem § 21 Personenbeförderung der Straßenverkehrsordnung (StVO). Das bedeutet für die frischgebackene Familien, dass das Familienauto im besten Fall die nächsten 12 Jahre sicher von A nach B bringt – sind Geschwisterkinder geplant, kann das nochmal deutlich länger dauern.

Kindersitze und Sitzsysteme – ein Dschungel an Angeboten!

In Deutschland gibt es grob gesehen insgesamt fünf Gruppen von Kindersitzen, deren Funktion sich über jedes Alter des Kindes erstrecken. Die Zahl der Angebote ist groß und für viele Eltern, die vor der Aufgabe stehen einen Kindersitz anzuschaffen, verwirrend. Bekannte Markennamen, die dann den jungen Familien buchstäblich um die Ohren fliegen sind Britax, Römer, Maxi-Cosi und Cybex.

Überfragten und überforderten Eltern sei ein Unsicherheitsfaktor vorweg von den Schultern genommen: Alle in Deutschland erhältlichen Kindersitze entsprechen einer Norm, der ECE-Norm, und sind von offiziellen Stellen zugelassen worden. Diese Regelung setzt die Standards der Kindersitze mit Blick auf Sicherheit, technische Vorschriften sowie die Prüfverfahren, mit welchen diese Artikel überprüft werden, fest. Entsprächen die Sitze dieser Norm nicht, dann dürften sie in Deutschland sowie europaweit nicht an Verbraucher abgegeben werden.

Aber Achtung: Auf diese Weise kann es nicht passieren, dass Eltern mit einem nicht legalen Kindersitz unterwegs sind. Eine Ordnungswidrigkeit stellt es allerdings dar, wenn das Alter oder die Größe des Kindes nicht zu dem Sitz passt, in welchem es mitfährt.

Ist die Anreise gut überstanden, dann beginnt der Urlaub ( Foto: Shutterstock B Calkins_)

Ist die Anreise gut überstanden, dann beginnt der Urlaub ( Foto: Shutterstock B Calkins_)

Klare Vorschriften und Kennzeichen der Hersteller erleichtern die Wahl

Kindersitze und Systeme zum Transport von Kindern sind bereits ab dem ersten Lebenstag des Kindes sowie ab einem Gewicht von wenigen Kilogramm, wie sie Neugeborene erreichen, erhältlich. Kinder lassen sich mit der modernen Technologie der Kindersitze sowohl in als auch entgegen der Fahrtrichtung im Auto transportieren.

Auch die Möglichkeit des Fahrens auf einem Vordersitz, also dem Beifahrersitz, und auf der hinteren Rückbank besteht, je nach Sitz und dessen Bestimmung. Hier geht es beim Kauf also nicht nur um die Optik und den geringen Pflegeaufwand des Kindersitzes, vielmehr ist die Verwendung unter Sicherheitsrichtlinien und ihren Aspekten von entscheidender Bedeutung.

Kindersitz-Klasse 0: Die Babyschale für die Kleinsten

Neugeborene, also die Allerjüngsten, unternehmen ihre erste Autofahrt, die sie meist vom Krankenhaus in die Familienwohnung führt, mit einem Kindersitz der Klasse 0. In der Erweiterungsform gilt die Gruppe 0+. Hierbei handelt es sich um die klassischen Babyschalen, die zumeist über einen gerundeten Unterbau verfügen, der sich im unbefestigten Zustand den Bewegungen des Kindes anpasst und mit schwingt.

Eine gut gepolsterte Oberfläche ermöglicht dem Baby eine bequeme Lage. Zudem verfügt ein solcher Autositz, in Form einer Schale, über einen Tragebügel, welcher den problemlosen Transport, auch des schlafenden Babys nach der Autofahrt ermöglicht. Nicht wenige junge Eltern nutzen die praktische Schale auch für den heimischen Bereich und lassen ihr Baby in der Schale liegen, während sie der Hausarbeit nachgehen.

Die Babyschale erfüllt einen weiteren Zweck, nämlich den des Transportes außerhalb des Autos nach beendeter Fahrt. Denn mittels eines Adapters lässt sie sich auf ein Untergestell montieren, sodass aus der Babyschale ein Kinderwagen wird. Diese Technik ist besonders bei Ausflügen der Familie mit einem jungen Säugling von Vorteil und erübrigt das Herausnehmen des Kindes aus dem Sitz, um es in den Kinderwagen legen zu können.

Die Kinderschalen der Gruppe 0 sind nur gegen die Fahrtrichtung, also mit Blick zum Heck des Autos auf dem Sitz anzubringen und werden mit dem Gurt stabil gesichert. Diese Position gibt nicht nur dem Kind, auch der Mutter selbst, das Gefühl der Sicherheit und dem Wohlergehen ihres Kindes. Tipp: Wer das Kind lieber „im Blick“ haben möchte, könnte einen Rückfahrspiegel so montieren, dass Baby und Mutter sich sehen können.

Kindersitz-Klasse 1: Mit neun Kilogramm wechselt der Nachwuchs den Sitz

Kinder ab einem Gewicht von über neun Kilogramm können bereits in die Kindersitz der Klasse I wechseln. Ab 13 Kilogramm Körpergewicht müssen sie dies sogar, weil es der Vorschrift und den Sicherheitsstandards der Personenbeförderung von Kindern entspricht. Den Sitz der Kategorie I können sie dann bis zu einem Gewicht von maximal 18 Kilogramm benutzen.

Sitze dieser Gruppe erlauben die Ausrichtung in oder entgegengesetzt der Fahrtrichtung. Bei der Ausrichtung gegen die Fahrtrichtung kommt ein sogenannter Reboarder zum Einsatz. Es gibt hier zwei unterschiedliche Befestigungsmechanismen: Zum einen wird das Kind selbst mittels eines Drei-Punkt-Gurtes, welcher an dem Sitz befestigt ist, angegurtet. Zum anderen wird der Sitz auf dem Autositz mittels des Fahrzeuggurtes sicher befestigt.

Kindersitz-Klasse 2: Mit 15 Kilogramm wechselt der Nachwuchs erneut den Sitz

Die Klasse II der Kindersitze für Kraftfahrzeuge ist bereits ab einem Körpergewicht von 15 Kilogramm benutzbar, spätestens aber ab einem Gewicht von 18 Kilogramm des Kindes. Generell ist dieser Sitz für das Anbringen in und entgegen der Fahrtrichtung zugelassen.

Mit dem Isofix System, einer starren Verbindung zwischen der Karosserie des Fahrzeugs und dem Sitz selbst, ist die Anbringung in Fahrtrichtung möglich. Diese dient zeitgleich als eine Art Sitzerhöhung, um das Kind vor Quetschungen durch den Befestigungsgurt im Halsbereich zu schützen. Diese Kindersitzklasse hat bereits ausgedient, wenn das Kind ein Körpergewicht von 22 Kilogramm erreicht hat.

Kindersitze und Systeme zum Transport von Kindern sind bereits ab dem ersten Lebenstag des Kindes sowie ab einem Gewicht von wenigen Kilogramm, wie sie Neugeborene erreichen, erhältlich. ( Foto: Shutterstock David Tadevosian )

Kindersitze und Systeme zum Transport von Kindern sind bereits ab dem ersten Lebenstag des Kindes sowie ab einem Gewicht von wenigen Kilogramm, wie sie Neugeborene erreichen, erhältlich. ( Foto: Shutterstock David Tadevosian )

Kindersitz-Klasse 3: Mit 22 Kilogramm wechselt der Nachwuchs erneut den Sitz

Mit dem Erreichen der 22 Kilogramm ist ein neuer Sitz, der der Klasse III notwendig. Er stellt zugleich den letzten Schritt der Kindersitzreihe dar und hat mit dem Erreichen eines Körpergewichtes des Kindes von 36 Kilogramm bzw. einer Körpergröße von 1,50 Metern ausgedient.

Ab diesem Zeitpunkt ist laut StVO kein spezieller Sitz für den Transport von Kindern mehr nötig. Der Sitz der Klasse III wird klassischerweise in Fahrtrichtung im Auto platziert – schließlich wird der Nachwuchs nicht nur schwerer, sondern auch länger und die Beinchen baumeln längst an der Sitzbank herunter.

Exkurs: Diese Anforderungen stellen Familien an ihre Familienkutsche

Für viele junge Familien ist der Nachwuchs der Grund für die Neuanschaffung eines Familienautos – spätestens dann, wenn das alte Gefährt nicht mehr den Platz bietet, um alle Mitglieder der Familienbande sicher, in einem Kindersitz verstaut, zu transportieren. Nun stellt sich die Frage, ob man das Auto, angepasst an den oder die Kindersitze, kauft, oder umgekehrt. Die Antwort ist: beides ist gleichermaßen zu berücksichtigen.

Denn neben den Kindersitzen sollen auch noch andere Dinge, wie Taschen und Kissen, Decken, Kuscheltiere, Spiele sowie Lebensmittel zur Wegzehrung im Auto Platz finden. Und ein Platzmangel macht sich erst richtig während einer langen Fahrt bemerkbar. Hier tut eine Recherche oder eine Beratung in einem Fachgeschäft gut und klärt die Fragen junger Eltern.

Babyschalen, Kindersitze, sowie kombinierte Kindersitzsysteme sind in Fachgeschäften erhältlich. Eltern können sich diese aber auch ganz einfach und bequem nach Hause liefern lassen – gerade wenn es nicht der erste Kindersitz-Kauf ist, sondern bereits ein oder gar mehrere Sitze im Besitz der Familie sind.

Tipp: Es empfiehlt sich, gerade bei dem ersten Kauf eines Kindersitzes, diesen mit dem Auto zu tätigen und sich den Einbau und die genaue Anwendung vom Fachverkäufer am eigenen Fahrzeug erklären zu lassen.

Der Kindersitz als Tor zur neuen Art der Familienzeit

Gewappnet mit dieser altersgerechten Grundausstattung kann nun die Familie ihre Ausflüge unternehmen und sich auf eine intensive Zeit miteinander sowie unvergessliche Erlebnisse und Eindrücke freuen. Solch eine Familien-Qualitytime schweißt nicht nur alle Beteiligten eng zusammen und schafft eine wertvolle Bindung.

Auch die Eltern können so einmal ihrem Alltagsstress entfliehen, sich als Paar begegnen, sich weiterentwickeln und die Beziehung untereinander sowie zu ihren Kindern, nachhaltig stärken. Familien leben von den Erinnerungen an gemeinsam erlebte Zeiten, und nicht selten heißt es hier: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub.

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